Lageenergiespeicher als Unterflurspeicher

Der Lageenergiespeicher speichert große Energiemengen durch die Lageenergie freigesägter, jedoch an ihrem Ursprungsort verbleibender Felsmassen. Das Konzept kombiniert einen Unterflurspeicher mit einem Sekundärspeicher und soll hohe Speicherdichte bei guter Umweltverträglichkeit ermöglichen.


Lageenergiespeicher als Unterflurspeicher mit Sekundärspeicher

Lageenergiespeicher mit Sekundärspeicher

Unterflurspeicher mit hoher Speicherdichte

  • Hohe Speicherdichte, zum Beispiel 13,4 GWh bei einer Zylinderdimension von 262 m Durchmesser und 333 m Tiefe
  • Bis zu 22 GWh bei einer Zylinderdimension von 262 m Durchmesser und 555 m Tiefe
  • Hervorragende Umweltverträglichkeit durch kleinen, gegebenenfalls als Freizeitgewässer nutzbaren Speichersee
  • Preisgünstiges Konzept mit bedeutender Kosteneinsparung gegenüber klassischen Pumpspeichern
Lageenergiespeicher mit Speicherkapazität vergleichbar mit dem geplanten Pumpspeicherwerk Atdorf

Lageenergiespeicher mit Speicherkapazität wie Atdorf


Klassischer Pumpspeicher mit zwei Speicherseen und Höhenunterschied

Klassischer Pumpspeicher

Bisherige Lösung: klassischer Pumpspeicher

  • Zwei Speicherseen mit großem Höhenunterschied
  • Wasser aus einem unteren Speichersee wird in einen höher liegenden Speichersee gepumpt
  • Bei Strombedarf wird das Wasser wieder abgelassen
  • Teilweise lange Verbindungsstollen notwendig

Besonderheiten klassischer Pumpspeicher

  • Bewährte Technologie, seit Jahrzehnten im Einsatz
  • Großer Eingriff in die Natur
  • Häufig geringe Energiedichte wegen geringer Höhendifferenz der Speicherseen
  • Hohe Herstellkosten
  • Der notwendige Ausbau an Speicherkapazität scheint mit klassischen Pumpspeicherwerken nur begrenzt möglich
  • Es stehen nicht genügend geeignete Standorte zur Verfügung

Schematische Darstellung des vorgeschlagenen Lageenergiespeichers mit Felszylinder

Vorgeschlagener Lösungsweg mit Felszylinder

Vorgeschlagener Lösungsweg

  • Unter hohem Druck wird Wasser unter den Zylinder gepumpt.
  • Das Wasser dient dabei nur zur Energieübertragung.
  • Eine radiale Hochdruckdichtung dichtet den Zylinder ab.
  • Der Zylinder wird angehoben und speichert dadurch Lageenergie.
  • Das unter den Zylinder gepumpte Wasser wird aus dem oberen Speicher entnommen.
  • Dadurch entsteht eine autarke Anlage mit Sekundärspeicher bei konstantem Wasserpegel.

Unterflurspeicher mit Badezone als sichtbarer Speichersee

Unterflurspeicher mit Badezone

Besonderheiten des Lageenergiespeichers

  • Hohe Energiedichte und Speicherleistung
  • 13,4 GWh bei einem Felszylinder mit 333 m Höhe und 262 m Durchmesser
  • 22,3 GWh bei einem Felszylinder mit 555 m Höhe und 262 m Durchmesser
  • Preisgünstige Herstellung
  • Hervorragende Umweltverträglichkeit, da sichtbar nur ein Badesee bleibt
  • Große Freiheit hinsichtlich Standortwahl
  • Schnelles dynamisches Ansprechverhalten
  • Hohe mögliche Spitzenleistung

Spiralförmiger Arbeitsstollen mit senkrechten Bohrungen und Verbindungsschacht

Spiralförmiger Stollen mit Bohrungen und Verbindungsschacht

Spiralförmiger Arbeitsstollen

  • Große Anzahl senkrechter Tiefbohrungen mit etwa 30 cm Durchmesser zum Aussägen eines Ringspalts mittels Seilsägen
  • Spiralförmig angeordneter Arbeitsstollen mit etwa 3 m Durchmesser
  • Erstellung mit Tunnelbohrmaschine und etwa 50 m Höhenversatz pro Windung
  • Gesamtlänge des Arbeitsstollens bei 13,4 GWh: etwa 8,3 km
  • Gesamtlänge des Arbeitsstollens bei 22,3 GWh: etwa 12 km
  • Der Arbeitsstollen ermöglicht ein partielles Aussägen des Zylinders mittels Seilsäge
  • Ausbringung des Abraums über Förderbänder im Arbeitsstollen

Erstellung des Verbindungsschachts

  • Anbringen einer senkrechten Bohrung zum Ausbringen des Abraums
  • Aushub wird in ein senkrechtes Bohrloch geschüttet
  • Im darunterliegenden Versorgungsstollen wird der Abraum aufgenommen
  • Weitertransport zum Förderband der Tunnelbohrmaschine
  • Gemeinsames Ausbringen über den spiralförmigen Versorgungsstollen

Mögliche Pilotanlage eines Lageenergiespeichers mit 2,8 MWh Speicherkapazität

Mögliche Pilotanlage

Anlagendaten einer Pilotanlage mit 2,8 MWh

  • Speicherinhalt: etwa 12.850 m³ Wasser
  • Herstellung des Speichersees durch Zylinderabtrag von etwa 20 m Höhe
  • Abzutragendes Gestein: etwa 12.850 m³ mit einem Gewicht von etwa 35.800 t
  • Zylinderdurchmesser: etwa 28,6 m
  • Wirksame Zylinderhöhe: etwa 50 m
  • Felsvolumen: etwa 32.120 m³ mit einem Gewicht von etwa 90.000 t
  • Höhenverschiebung: etwa 20 m
  • Speicherkapazität: etwa 2,8 MWh bei 9 bar Druckdifferenz
  • Möglicher Standort: stillgelegter Steinbruch in Hanglage
  • Zylinderform durch senkrechte Bohrungen mit jeweils etwa 5 m Abstand
  • Nutzbar als hochdynamischer Kurzzeitspeicher

Erprobungsziele

  • Seilsägen unter realen Bedingungen
  • Entfernen des Spaltmaterials
  • Versiegeln der Zylinderwände
  • Erproben des Dichtungskonzepts

Möglicher erster Prototyp eines Lageenergiespeichers mit 150 bis 300 MWh

Möglicher erster Prototyp

Anlagendaten einer Pilotanlage mit 150 bis 300 MWh

  • Nutzbares Speichervolumen von etwa 400.000 m³ bei 100 m Durchmesser und 51 m beweglicher Höhe
  • Herstellung des Speichersees durch Abtrag von etwa 51 m Höhe des Zylinders
  • Abzutragendes Gestein: etwa 400.000 m³ beziehungsweise 200.000 m³ bei kleinerer Variante
  • Zylinderdurchmesser: etwa 100 m beziehungsweise 71 m bei kleinerer Variante
  • Wirksame Zylinderhöhe: etwa 167 m
  • Felsvolumen: etwa 1,3 Mio. m³ beziehungsweise 0,64 Mio. m³ bei kleinerer Variante
  • Höhenverstellung des Felszylinders: etwa 51 m
  • Gesamte Wassertiefe: etwa 250 m
  • Nutzbare Druckdifferenz: etwa 30 bar
  • Speicherkapazität: etwa 300 MWh beziehungsweise 150 MWh bei kleinerer Variante
  • Alternativstandort: stillgelegter Steinbruch oder offene Anlage mit Speichersee

Beispielanlage eines Lageenergiespeichers mit bis zu 22 GWh Speicherkapazität

Beispielanlage für große Speicherkapazitäten

Mögliche Anlagengröße

Leistungsvergleich mit dem geplanten Pumpspeicherwerk Atdorf

  • Speichersee mit Wasserfläche von etwa 400 m Durchmesser und variierender Wassertiefe
  • Nutzbares Speichervolumen: etwa 9 Mio. m³
  • Herstellung des Speichersees durch Zylinderabtrag von etwa 167 m Höhe
  • Daten des Felszylinders: etwa 262 m Durchmesser und 333 m beziehungsweise 555 m Höhe
  • Höhenverstellung des Felszylinders: etwa 167 m
  • Gesamte Wassertiefe: etwa 500 m beziehungsweise 722 m
  • Nutzbare Druckdifferenz: etwa 60 bar beziehungsweise 100 bar
  • Speicherkapazität: etwa 13,4 GWh bei 333 m Zylinderhöhe beziehungsweise 22 GWh bei 555 m Zylinderhöhe

Berechnung der Speicherkapazität

Berechnung der wirksamen Druckdifferenz

Wasser dient hierbei nur als Energieüberträger. Der Fels schwebt im Wasser, sodass sich nur die Differenz der Dichte des Felsens zum Wasser auf die Lageenergie auswirkt.

Beispiel: Spezifisches Gewicht von Granit etwa 2,8 t/m³, Wasser etwa 1 t/m³. Daraus ergibt sich eine wirksame Dichte des Felsens im Wasser von etwa 1,8 t/m³.

  • Nutzbare Druckdifferenz bei 333 m Felszylinderhöhe: etwa 60 bar
  • Nutzbare Druckdifferenz bei 555 m Felszylinderhöhe: etwa 100 bar

Ergebnis der Kapazitätsabschätzung

  • Bei Felszylinderhöhe 555 m und 262 m Durchmesser: etwa 22 GWh
  • Bei Felszylinderhöhe 640 m und 524 m Durchmesser: bis zu etwa 100 GWh

Modell eines Lageenergiespeichers mit höhenverstellbarem Zylinder und Speichersee mit Badezone

Modell mit höhenverstellbarem Zylinder und Speichersee mit Badezone


Unterflurspeicher mit Badezone als sichtbarer Teil eines Lageenergiespeichers

Unterflurspeicher mit Badezone

Zusammenfassung

Dieses Konzept speichert große Energiemengen durch die Lageenergie freigesägter, jedoch an ihrem Ursprungsort verbleibender Felsmassen.

Ausblick

  • Offene Teilfragen wie Felsverhalten, Detailberechnung und Kostenschätzung sollen weiter untersucht werden.
  • Berechnungen zum elastischen Felsverhalten müssen erstellt werden.
  • Mit Planung und Errichtung einer Pilotanlage können Erfahrungen hinsichtlich Machbarkeit, Erstellung und Betrieb gesammelt werden.
  • Verschiedene Konzepteigenschaften wurden bereits in Form von Patentanmeldungen angemeldet.